10. Februar 2018 bis 10. März 2018

LGG$B – Swiss Witch

LGG$B, Fotograf: Mattia Capelletti, Milano, 2016Eröffnung: Samstag, 10. Februar 2018

LGG$B – Swiss Witch
10. Februar – 10. März 2018

Eröffnung: Samstag, 9. Februar 2018, 17 Uhr
Finissage und Gespräch: «We want to talk»
Samstag, 10. März 2018, 18 Uhr

Öffnungszeiten: Do/Fr: 15-19 Uhr, Sa: 14–17 Uhr
sic! Elephanthouse, Neustadtstrasse 29, 6003 Luzern

Das Westschweizer Künstlerinnenkollektiv LGG$B ist Loren Kagny, Giulia Essyad und Gaia Vicensini und Sabrina Röthlisberger. Die vier Künstlerinnen verfolgen ihre je eigene künstlerische Praxis und realisieren als Kollektiv installative Arbeiten in Kombination mit Lesungen, Konzerten oder Publikationen. Auf der Suche nach neuen Ausstellungsformaten und -kontexten thematisieren LGG$B genderspezifische, feministische und gesellschaftskritische Fragestellungen, die sie spielerisch und subversiv in ihre multimediale Arbeitsweise integrieren.

Für die Ausstellung bei sic! Raum für Kunst realisiert das Kollektiv eine Gesamtinstallation bestehend aus einer Textilarbeit sowie Radierungen und skulpturalen Objekten. Als Ausgangspunkte dienen die persönliche Herstory von LGG$B, die Westschweizer Uhrenindustrie und der damit einhergehende Swissness. Die Zeit als universelles Thema, als Quelle existentieller und spiritueller Erkenntnisversuche sowie die ökonomische Rationalisierung des Alltags durch Zeitdruck sind gleichsam Thema der Auseinandersetzung. Der Ausstellungstitel «Swiss Witch» ist ein Wortspiel mit der Figur der Hexe und dem Label für Schweizer Qualitätsuhren. Er dient als Metapher für Hexerei, einer weiblich und übersinnlich konnotierten Kraft, die im Kontrast zu einer unbestimmten Vorstellung eines minimalen und rationalen «Schweizer Geistes» steht. 

Mit dem Begriff der Hexe greift das Kollektiv eine vieldeutig besetzte Figur auf: Wird die Hexe im Märchen und in volkstümlichen Erzählungen gleichbedeutend mit Magie, Sünde und Bösem assoziiert, brachten Hexenkulturen auch alternative widerständige Wissensformen hervor. Seit den 1970er Jahren steht die Hexe in soziologischen Diskursen für das Queere, Andere, vom Mainstream Abweichende und wird als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Ausschlussmechanismen rezipiert. Diese Leseweise erfährt vor dem Hintergrund von Popkultur, digitaler Technologien und Wissensstrukturen sowie populistischer Vereinfachungsstrategien eine zeitgemässe Aktualisierung im Kunstkontext.

Weitere Informationen: http://lggsb.earth/