Paul, Norman and Eloise: vegetables on a boat
Artists as Storytellers I:
Marc Elsener, Irene Bisang, Vanessa Billy, Paul Lipp, Pascale & Arienne Birchler,
Mars, Fabian Chiquet
Opening: Samstag 21.4.2012 ab 18.00 Uhr
Performance von Fabian Chiquet: 19.30 Uhr
Ausstellung: 24.4. bis 26.5. 2012
Samstag 5. Mai, 16.30:
Aubergine – Führung durch die Ausstellung mit beteiligten Kunstschaffenden, im Anschluss Fruchtschiff und Weisswein
Samstag 12. Mai, 17.00 Uhr:
Zucchetti –
Konzert mit Anja Rüegsegger, dazu Bier und Blattgebäck
Im Anschluss Fruchtschiff und Salzstange
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Lack als Material fühlt sich hart an, glänzt und ist Schmuck und Schutz zugleich.
Lack auf Englisch bezeichnet einen Mangel an Etwas: Mangel an Wissen, Mangel an Information.
Lack, das experimentelle Druckerzeugnis von sic! Raum für Kunst will hinterfragen und anregen, die Oberfläche etwas härter abzuklopfen und sucht nach Splittern, Rissen und Ungleichmässigkeiten. Lack ersheint jeweils als Erweiterung zu den aktuellen Ausstellungen und erscheint zwei-bis viermal jährlich und wird jeweils von einer Gast-Grafikerin, einem Gast-Grafiker gestaltet.
English...
Lacquer is a type of varnish, a hard, shiny surface
that is both adornment and protection.
The German word, lack, is a homograph to the English
lack — such as a lack of knowledge, or a lack of
information.
Lack — the printed experiment of sic! Raum für
Kunst aims to question, to knock harder, do more
than scratch the surface in a search for splinters,
fissures and irregularities.
Lack appears two to four times a year. A different
graphic designer is invited to design each issue.
Lack is published by Maniac Press.

Lack Nr. 1
Interviews mit Alexandra Bachzetsis, Tassilo Tesche, Daniel Hunziker und Barbara Davi
Photographien von Marianne Halter
Gestaltet von Dominique Fischer/meierkolb.
d/e
Lack Nr. 2
Lost Weekend
Bildarchiv Thomas Galler, Texte von Diego Castro. Gestaltet von Amanda Haas.
d/e
Lack Nr. 3
Marianne Eigenheer im Gespräch mit Hans Ulrich Obrist.
Gestaltet von Marie Cuennet.
d/e
sic! Raum für Kunst funktioniert als Plattform für aktuelle künstlerische Positionen. Gezeigt werden Arbeiten von jungen nationalen sowie internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Die Macherin von sic! Raum für Kunst ist interessiert an kunst- und kulturtheoretischen Überlegungen und setzt sich ein für eine kritische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst und ihrem Bezugsrahmen. sic! ist anderem durch OffOff – unabhängige
Kunsträume Schweiz, mit anderen Off-Räumen vernetzt und an einem Austausch über die Landesgrenzen
hinaus interessiert.
sic! Raum für Kunst functions as a platform for current artistic positions. Works by young national and international artists are shown. The makers of Sic! Raum für Kunst are interested in theoretical artistic and cultural concepts and champion the cause of a critical examination of contemporary art and its reference framework. Among others, sic! is networked with other Off-Rooms through OffOff – unabhängige Kunsträume Schweiz (Independent Swiss Art Rooms) and is interested in the exchange of ideas beyond the country’s borders.
Team sic!
Grafik: meierkolb, André Meier und Franziska Kolb
Assistentin: Laura Huber
Praktikum 2012: Valentin Beck
Leitung/Programm: Nadine Wietlisbach
An der Sälistrasse 24 entsteht mit dem Kunstpavillon ein neuer Ort für experimentelle, zeitgenössische Kunst. Hinter dem Kunstpavillon steht zum einen „o.T. Raum für aktuelle Kunst“, einer der ältesten unabhängigen Kunsträume der Schweiz, und zum anderen „sic! Raum für Kunst“, der bis anhin an der Baselstrasse beheimatet war. Die beiden Institutionen teilen sich die Räumlichkeiten zeitlich: beide werden ihr eigenes Programm konzipieren und nur für ausgewählte Projekte inhatlich zusammenspannen.
ÖFFNUNGSZEITEN:
DONNERSTAG & FREITAG 15 BIS 19 UHR
SAMSTAG 14 BIS 17 UHR
Das Programm von sic! Raum für Kunst wird ermöglicht durch:
Fuka-fonds
RKK
Kulturstiftung Landis & Gyr
Migros Kulturprozent
Casimir-Eigensatz Stiftung
Gemeinnützige Gesellschaft Luzern

Monica Ursina Jäger _ September
Monica Ursina Jäger, geboren 1976 in Thalwil, lebt und arbeitet seit ihrem MA-Studium am Goldsmith College in London. Davor absolvierte sie das Studum Kunst und Vermittlung an der Hochschule Design und Kunst in Luzern. Ihr Schaffen wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Swiss Art Award. Sie bestritt Einzel- und Gruppenausstellungen in der Schweiz und Europa.

Thomas Galler _ Oktober/November
Der in Zürich lebende Künstler Thomas Galler wurde 1970 im aargauischen Baden geboren. Bis 1998 studierte er an der Hochschule für Design und Kunst in Luzern. Verschiedene Auslandstipendien brachten ihn unter anderem nach New York, Paris und Kairo. Einzelausstellungen im In- und Ausland seit Ende der 90er-Jahre, Manor-Preisträger, diverse Werkbeiträge der Städte Zürich und Aarau sowie Eidgenössicher Preis für Kunst 2006.
Thomas Galler setzt sich in seinen Arbeiten mit Fragen um Macht, Krieg, Gewalt und ihre mediale Repräsentation und Rezeption auseinander. Dabei bilden Printmedien, Kinofilme, Internet und Sounds das Material für seine künstlerische Arbeit.

Seléction Cuvée: 5 plus 1 Kunstschaffende aus der Zentralschweiz - eine Kollaboration mit o.T. Raum für aktuelle Kunst
Camillo Paravicini, Giacomo Santiago Rogado, Markus Uhr, Cécile Wick, Margot Zanni
Anastasia Katsidis verbindet die Kunsthalle Luzern und den Kunstpavillon mit einer künstlerischen Intervention
Die erste Ausstellung im Kunstpavillon ist eine Gemeinschaftsproduktion von o.T. und sic!. In dieser Eröffnungsausstellung werden die fünf BetreiberInnen – Konrad Bitterli, Lisa Fuchs, Romy Lipp, Gabi Widmer von o.T. sowie Nadine Wietlisbach von sic! – je eine persönliche Auswahl einer Künstlerin / eines Künstlers aus der Zentralschweizer Kunstszene präsentieren. Mit dem radikal subjektiven Ansatz wird eine bewusst alternative Perspektive auf das Innerschweizer Kunstschaffen geworfen, die sich weniger an Juryvoten oder mehrheitsfähiger Auswahl, an kuratorischen Konzepten oder repräsentativen Überlegungen orientiert, sondern einzig und allein an den Vorlieben der einzelnen AusstellungsmacherInnen.

Sommeratelier & Sommerschau sic! Raum für Kunst/ Kunstpavillon
Fu-Fu-Fugacious _ Juli/August
a&a, Livio Baumgartner, Miriam Sturzenegger, Bernhard Hegglin, Marco Baltisberger & Timo Ullmann, Christoph Gugger, Andreas und Christian Egli
Dem Begriff der „Flüchtigkeit“ ist eine negative Konnotation inhärent. Flüchtig ist, was bleibend gewünscht, reuevoll bedauert oder nur oberflächlich betrachtet wird.
Flüchtiges kann aber auch Leichtigkeit bedeuten oder eine Chance zur stetigen Weiterentwicklung und Veränderung.
Fu-Fu-Fugatious nimmt diesen Aspekt andauernden Wandels auf: Ein feiner Sommerflirt, ohne Gedanken an Konsequenzen zu verschwenden. Endstadien, definitive Resultat werden ausgeblendet – Momentaufnahmen zwischen Werden und wieder Verschwinden stehen im Zentrum. In der Wahrnehmung der Werke wird der Moment bewusst entschleunigt, er kann in aller Ruhe erlebt werden, ohne aber dabei seine Flüchtigkeit zu negieren. Erst durch die Fokussierung auf den Augenblick werden wir uns dessen vielseitiger Facetten bewusst, die in ihrer Verdichtung unseren Alltag bestimmen.

Sarah Hugentobler – Shooting Star Nr. I
Sarah Hugentobler, 1981 in Frauenfeld geboren, studierte von 2006 bis 2009 an der Hochschule der Künste Bern und arbeitet vorwiegend im Medium Video.
Am Anfang eines Arbeitsprozesses steht Ton- oder Bildmaterial, welches sie im Internet, im Brockenhaus oder im Familienarchiv vorfindet. Aufgrund der gesammelten Stimmen, Fotos oder Filmaufnahmen erfindet und entwickelt sie Situationen, Räume und Figuren, wobei die Künstlerin gefundenes und selbstproduziertes Material überlagert und auf diese Weise Neues entstehen lässt.

Lukas Hoffmann – Shooting Star Nr. II
Lukas Hoffmann, wurde 1981 in Zug geboren. Er studierte von 2003 bis 2007 an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris, wo er 2010 ins zweijährige Programme de Recherche La Seine aufgenommen wurde. 2009 verbrachte er einige Monate als Stipendiat in einem Atelier in Antwerpen, 2011 wird er ein halbes Jahr im berliner Atelier des Kantons Zug arbeiten. Ausstellungsbeteiligungen unter anderem in der Galerie Billing Bild (Baar), Fondation d'Entreprise Ricard (Paris), Musée les Abattoirs (Toulouse).
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Januar/Februar:
Marianne Eigenheer
Shooting Gallery curated by Jeannette Polin: Wink Witholt
April/Mai:
Paul, Norman and Eloise, the vegetables,
on a boat – a show about artists as storytellers
Marc Elsener, Irene Bisang, Vanessa Billy, Paul Lipp, Pascale & Arienne Birchler,
Martina Birrer & Martina Lussi, Fabian Chiquet
Juli/August:
Eliza‘s eating elephants and hates to draw trees.
Liudvikas Buklys, Tine Melzer, Reto Leuthold,
Ane Hjort Guttu, Dominik Hodel, Bettina Graf, Brigitte Lustenberger, Lucie Kolb
Shooting Gallery – Alex Impey
Oktober/November:
Remembering the people we used to be
Screenings, Performances and lectures about memories and how we archive thoughts, ideas and visions.
November/Dezember:
Long Gone – Von weit her nah heran
- gemeinsames Ausstellungsprojekt mit o.T. Raum für aktuelle Kunst
Jan Anüll, Isabelle Krieg, Damian Jurt
In der Shooting Gallery präsentieren wir dieses Jahr zwei junge Künstler, beide erhalten die Möglichkeit einer ersten Solo-Show.
Die Shooting Gallery ist das Nachfolgeprojekt der Mittsommerbasis und wird von uns oder einer Gastkuratorin konzipiert.
Wink Witholt (Zürich)
Januar/Februar
Alex Impey (Glasgow)
Juli/August
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Wink Witholt (*1976) kommt ursprünglich aus Holland und lebt und arbeitet seit 2 Jahren in Zürich. Er studierte Bildende Kunst an der Willem de Kooning Academie in Rotterdam und absolvierte den Master of Fine Art an der Zürcher Hochschule der Künste.
Seine Arbeiten sind hauptsächlich Skulpturen und Rauminstallationen. Neben seiner eigenen künstlerischen Praxis arbeitet er gelegentlich als Galerietechniker, davor war er als Bronzegiesser im Studio Lemarez in Rotterdam und später in der Kunstbetrieb AG Münchentstein tätig.
Gastkuratorin:
Jeannette Polin (*1981) lebt und arbeitet in Zürich. Sie studierte Kunstgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Zürich, wo sie 2010 ihr Studium abschloss. Parallel dazu absolvierte sie 2008 ein Praktikum in der Kunst Halle Sankt Gallen und arbeitete für das Hans Trudelhaus in Baden. Dort war sie von Frühling bis Sommer 2010 verantwortlich für den Ausstellungsbetrieb und realisierte diverse Ausstellungen. Seit Sommer 2010 ist sie freie Kunsthistorikerin und Kuratorin, machte sie Führungen im Museum für Gestaltung Zürich und betreibt das Corner College in Zürich mit.

AUSGESCHLAGEN: SPERRIGE LEIHGABE/FREUDENHAUS
Nach oben springen sie auf, platzen aus ihrer Form und hängen in der Fläche. Fies und fein, feierlich ironisch anmutend nehmen sie sich ihren Platz an der Wand.
Auch wenn die Zeichen fordern, die Nähe zur BetrachterIn suchen, bleiben sie verwirrend, rätselhaft. Das richtige Wort um die Malerei zu beschreiben fehlt, denn Zeichen ist eigentlich nicht richtig. Ein Zeichen setzt etwas Bezeichnetes voraus. Diese Referenz zu einem bestimmten Aspekt der Wirklichkeit, der als Zeichen abstrahiert und damit in die Allgemeinheit überführt wird, funktioniert nicht für die Arbeiten von Marianne Eigenheer. Da die Semiotik als Toolbox verschlossen ist, bleibt einem als Annäherung nur die eigene Sprache. Buchstaben aneinanderzureihen, wie Pflastersteine einen Weg bauen: Die eigene Wahrnehmung und seine Lesegewohnheiten hinterfragen und sich taumelnd fortbewegen.
Ein Stakkato und ein lauter Schrei, gefallen wird täglich. Hände aufgeschlagen und Berge heruntergerollt. Es ziept und zieht und tut sperrig. Man legt sich unterhalb.
Die Dynamik der Anordnung auf beiden Wänden im Ausstellungsraum versetzt den Raum in Schwingung, als hätten sich die Bilder eigens für ihr vorübergehendes Aufscheinen ebendiesen Raum ausgesucht. Denkt man über Marianne Eigenheers aktuelle Arbeiten mit dem Titel „Les guédés dansent toujours“ nach, kommt man nicht umhin, diesen Zeichen ein Eigenleben anzudichten. Die Arbeiten entstehen unmittelbar, aus dem Moment heraus und werden als umfassender Ausdruck des Augenblicks, eines inneren Zustandes, auf die Wand gebracht. Insofern scheint es richtig, Marianne Eigenheers Bildzeichen eine geheime Identität zuzusprechen, auch wenn sie unter der Haut der Künstlerin „entstehen“, irgendwo zwischen Fuss, Herz, Bauch und Kopf, sind sie blosser Ausdruck, autonome Phänomene.
Die Dichterin Friederike Mayröcker erklärte in einem Interview, sie sehe alles in Bildern. In diese Bilder „steige“ sie „ein“, solange bis diese zu Sprache werden. In diesem Beschrieb der Arbeitsweise sehe ich Parallelen: Marianne Eigenheer reist, vor dem Papier, der Wand stehend, in ihr Inneres, eine Introspektion die in gegenstandslose Strichführung mündet. Der Zusammenhang zwischen Bildmotiv und leerem, unbearbeitetem Bildgrund unterstreicht die temporäre Präsenz einer Erinnerung: Einerseits fungiert das Weiss der Wand als Fläche, auf der sich die Formen materialisieren und andererseits scheint sie als weitere Form, als zusätzliche Bildwirklichkeit auf.
Das Nacheinander, die Dramaturgie, der werkzeughaften, organischen Formen, verdeutlichen den Prozess. Was war zuerst und wo begann die Ausdehnung, die Verzahnung zwischen innerer und äusserer Welt? Eine abschliessende Beantwortung darf sich schenken, wer mag, die Stirn in Falten legen und auf weitere Einfälle in Räume warten. Oder: Wie der Tiger, wandernd.
NW
SHOOTING GALLERY KURATIERT VON JEANNETTE POLIN: WINK WITHOLT
Der in Zürich wohnhafte niederländische Künstler Wink Witholt (*1976) arbeitet skulptural. Er orientiert sich an Objekten, die wir tagtäglich zu Gesicht bekommen, denen wir aber kaum Beachtung schenken. Da, wo unser Desinteresse beginnt, setzt Wink Witholts Interesse ein. Er bildet die Objekte nach, indem er deren Massstäbe verändert oder dem geltenden Verständnis der Schwerkraft entzieht. Auf diese Weise hinterfragt er die Wahrnehmung des Betrachters und fordert zum reflektierten Schauen auf.
Diese kritische Haltung nimmt er auch in Bezug auf die tägliche Wirkung der Medien auf ihre Empfänger ein. Der Geist unserer Gesellschaft ist geprägt vom medialen Diktat der unendlichen Möglichkeiten. Alles scheint erreichbar zu sein in der virtuellen Welt des Internet. Lügen und Halbwahrheiten kursieren durch das World Wide Web und versuchen unsere Weltansicht zu manipulieren. Dazu gehört auch unerwünschter Spam, der den elektronischen Posteingang verstopft. Wink Witholt hat diese Nachrichten auf seine eigene Weise interpretiert und daraus Spam Poem I gedichtet. In Form von transparenten Buchstaben aus Plexiglas erstrecken sich die Sätze über eine Wand des Ausstellungsraumes und präsentieren sich den Besucherinnen und Besuchern unterschwellig, so dass diese kaum daran vorbeigehen können ohne sie gelesen zu haben.
Gleichzeitig wirkt der Künstler intervenierend auf den Ausstellungsraum ein und versperrt den Besucherinnen und Besuchern durch zwei schwebende Äste den Weg. Bei genauem Hinschauen lässt sich erkennen, dass diese identisch sind. Dies kann als Verweis auf das „Copy Paste – Verfahren“ gelesen werden, welches heutzutage oft sehr unreflektiert angewendet wird und vielfach zu verfälschten Zusammenhängen führt. Die formgegossenen Äste nehmen einen Grossteil des Ausstellungsraums für sich in Anspruch und stellen gleichzeitig einen Bezug zu den Bäumen im Aussenraum dar. Der Blick nach Aussen wird dem Betrachter allerdings verwehrt. Um freie Sicht auf das im Garten installierte Objekt Sly zu erlangen, muss man sich in einen der anderen Räume begeben oder die feuchte Wiese hinter dem Kunstpavillon durchqueren. Bei der Arbeit handelt es sich um ein Springseil. In Epoxidharz gegossen widerstrebt es der Schwerkraft und verharrt starr in der Bewegung als würde es in ebendiesem Augenblick geschwungen. Der Mensch, der das Seil zu halten scheint, ist abwesend. Indem keine spezifische Person gezeigt wird, wäre jeder und jede in der springenden und schwingenden Situation denkbar. Wink Witholt spielt mit der Abwesenheit des Menschen, mit der klaffenden Leere, die es von den Besucherinnen und Besuchern aufzufüllen gilt.
Schaut man die beiden dominant an der Ausstellungswand hängenden Äxte genau an, erkennt man auch hier wieder das Spiel mit der Materialität. Es handelt sich um kolorierte Kopien einer echten Axt, die abgegossen wurde. Lücken in der Epoxidharzhülle bieten Sicht auf einen Leerraum und deuten auf die Fragilität des Objektes hin. Als archaisches Werkzeug um die Natur zu bändigen und unter Kontrolle zu bringen taugt die Axt nicht mehr.
Eher für Unbehagen sorgt der gelbe Ballon, welchen der Künstler an eine Kette gelegt hat. Ist der Ballon normalerweise Sinnbild für Unbeschwertheit und kindliches Vergnügen, wird ihm in dieser Situation jegliche Leichtigkeit genommen.
Wink Witholts Arbeiten können auf den ersten Blick humorvoll anmuten. Der kleine Vogel aus Bronze hat sich auf einem Wurm niedergelassen, der für ihn von beeindruckender Grösse sein müsste. Die Massstäbe wurden manipuliert und relativieren die Rolle vom Jäger und seiner Beute. Durch diese Veränderungen von Grösse, Gewicht und Machtverhältnissen stellt Wink Witholt neue Situationen dar, die es in der Ausstellung zu Entdecken und zu Überdenken gilt.
JP